In gut eineinhalb Monaten geht es los mit dem ersten Event der Audi Skicross Tour in Villars. Vom 11. bis 13. Januar 2019 kämpfen die Nachwuchs- und Eliteathleten beim Pre-YOG Event um die vorderen Plätze. Um den betroffenen Personen den Puls zu fühlen, präsentieren wir wöchentlich in vier Teilen einen Ausblick auf die Saison 2018/19. Den Auftakt machten der Cheftrainer des Swiss Skicross Team, Ralph Pfäffli und Didi Waldspurger, Race Director der Audi Skicross Tour. Heute hören wir von Cyril Wyss, Skicross-Coach des Berner Oberländer Skiverbandes (BOSV), seine Sichtweise über eine Skicross-Region mit Vorbildcharakter und er erzählt über den Stellenwert der Audi Skicross Tour in der Nachwuchsförderung.

Die Teilnehmerzahlen der Audi Skicross Tour sind im letzten Jahr um rund 25% auf 1’085 gestiegen. Wie kannst du dir dies erklären?
Cyril Wyss: Ich kann mir vorstellen, dass die vermehrten TV-Übertragungen des Skicross zur steigenden Popularität der Sportart in der Schweiz beigetragen haben. Ausserdem hat die Tour ein attraktives Format, da sie für jede Alters- und Leistungskategorie zugänglich ist.

Mit den Olympia-Medaillen von Fanny Smith und Marc Bischofberger ist das Interesse an der Sportart nochmals gestiegen. Hast du dieses steigende Interesse in deiner Region bemerkt, hast du viele Anfragen für dein Team erhalten?
Wir haben vor allem von jüngeren Athletinnen und Athleten einige Anfragen erhalten. Mir ist jedoch nicht genau bekannt, ob dies auf die beiden Olympia-Medaillen zurückzuführen ist oder weil das BOSV-Skicrossteam seit der Gründung in der Region an Bekanntheit gewonnen hat. Im Allgemeinen bin ich jedoch der Meinung, dass der Skicross in den letzten Jahren stark an Popularität gewonnen hat und dies auch weiterhin tun wird.

Mit dem Skigebiet Schilthorn ist eine neuer Tourstopp aus eurem Einzugsgebiet dazu gekommen. Der Event soll gerade auch Skicross-Neulinge zu einer Teilnahme animieren. Was erhoffst du dir für euer Regionalkader von diesem Rennen?
Es freut uns natürlich sehr, dass dieses Jahr ein neuer Tourstopp in unserer Region dazukommt. Dies gibt uns eine weitere Möglichkeit, unsere Sportart in der Region zu präsentieren. Ausserdem haben wir dadurch in der Region einen zusätzlichen Kurs, welchen wir vor und nach dem Rennen als Trainingsmöglichkeit nutzen können. Der Cross in Mürren und an der Lenk erleichtern uns den Trainingsbetrieb deutlich, da wir auf Übernachtungen oder lange Anreisen verzichten können. Von diesem Rennen, was zugleich das Tourfinale ist, erhoffe ich mir eine Verteidigung des Gesamt-Toursieges und ein spektakuläres Rennen mit spannenden Heats.

Was könnte man in deinen Augen machen, um noch mehr Skifahrerinnen und Skifahrer für den Skicross zu begeistern?
Das ist eine gute Frage. Ich denke, dass hier mehrere Faktoren eine Rolle spielen. Die Audi Skicross Tour bietet einerseits eine ideale Plattform, damit ehemalige Alpin-Fahrer einen Einblick in den Skicross gewinnen gönnen. Andererseits kann ich mir sehr gut vorstellen, dass alpine Athletinnen und Athleten nach ihrem Rücktritt aus dem intensiven Skirennsport erst einmal eine Pause benötigen. Es ist möglich, dass die Vorstellung, danach im Skicross aktiv Wettkämpfe zu bestreiten und wieder zu trainieren, etwas abschreckend wirkt. Und dies, obschon der Aufwand der Athletinnen und Athleten in unserem Team um einiges kleiner ist, als beim alpinen Kader auf derselben Stufe. Dazu kommt sicher, dass der Skicross in der Gesellschaft noch nicht gleich verankert ist, wie beispielsweise der alpine Skirennsport. Nicht viele wissen, dass es im BOSV/SSM Einzugsgebiet ein Kader gibt. Eine zunehmende Bekanntheit dieser Sportart würde den Skicross sicherlich fördern. Mit der Audi Skicross Tour, der Übertragung im TV und der Medienpräsenz einzelner Teams und Athleten, gelingt uns sicher ein Schritt in die richtige Richtung.

Der BOSV setzt seit 2016 als erster Schweizer Regionalverband konsequent auf ein eigenes Skicross Team. Könnte euer Beispiel ein „Best Practice“ sein und als Vorbild für andere Regionen dienen?
Mit der Gründung des BOSV Skicross Teams durch Andreas Steffen haben wir die Chance, in unserer Region junge Skicrosserinnen und Skicrosser gezielt zu fördern. Dies mit dem Ziel, die Athletinnen und Athleten in die höheren Kader, wie zum Beispiel das Sichtungskader von Swiss-Ski und später das C-Kader zu bringen. Ich habe bereits von Athleten aus anderen Regionen gehört, dass sie uns um unser Kader und die Struktur beneiden. Ich bin somit durchaus der Meinung, dass wir als Vorbild für andere Regionen dienen können.

Wie kann sich ein interessierter Skifahrer für dein Team empfehlen? Wie sieht der Weg hierfür aus und was muss er für Voraussetzungen mitbringen?
Wir bieten zusammen mit den Alpinen des Berner Oberländischen Skiverbandes jeweils im Frühling einen Sichtungstag im Berner Oberland an. Dieser wird unter anderem auf den Sozialen Medien und der BOSV Website ausgeschrieben. An diesem Sichtungstag können interessierte Athletinnen und Athleten aus der Region für unser Kader vorfahren. Im Anschluss führen wir mit den Kandidaten ein Gespräch, um diese besser kennen zu lernen und entscheiden uns dann. Da wir an FIS-Rennen teilnehmen, sollten die Athletinnen und Athleten mindestens 16 Jahre alt sein, damit sie die Lizenz lösen können. Bis jetzt haben wir vor allem Athletinnen und Athleten selektioniert, die gute alpine Voraussetzungen mitbringen.

Es kam auch schon vor, dass sich Interessenten während der Saison bei uns gemeldet haben und wir sie dann in Trainings und an Rennen mitgenommen haben. Diese Möglichkeit besteht jederzeit und erleichtert uns die Selektion, da wir so länger Zeit haben, um die Athleten zu beurteilen.

Kommen wir zurück zum Wettkampfangebot der Audi Skicross Tour. Welchen Stellenwert nehmen die Rennen der Tour für dein Team ein?
Es gibt in der Schweiz für uns keine bessere Gelegenheit Rennen zu bestreiten als an der Audi Skicross Tour. Wir nehmen an allen Tourstopps teil und erhoffen uns natürlich wieder den Sieg in der Gesamtwertung der Lizenzierten. Unsere Athletinnen und Athleten können an der Schweizermeisterschaft an einem Wettkampf gegen die Swiss-Ski Athleten fahren, wovon sie sehr profitieren können. Es ist immer sehr lehrreich, wenn sie sich mit den Erfahrenen vergleichen und messen können. Für mich als Trainer bietet die Tour eine ideale Plattform, um nach zukünftigen Talenten Ausschau zu halten.

Was erhoffst du dir von der Audi Skicross Tour 2018/2019?
Von der Audi Skicross Tour 18/19 erhoffe ich mir viele spannende und faire Wettkämpfe, interessante und abwechslungsreiche Kurse und natürlich gute Ergebnisse.

 

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