Während sich in der Regel aller Augen auf unsere Top-Athleten richten, wächst in deren Schatten oft unbemerkt von einem grossen Teil der Öffentlichkeit eine starke Generation an talentierten, ehrgeizigen und siegeshungrigen Nachwuchsathleten heran, die unter ihresgleichen schon längst kein Geheimtipp mehr sind. Einige dieser hoffnungsvollen Sportlerinnen und Sportler, die vielleicht schon im nächsten Winter den Durchbruch auf die grosse Bühne schaffen können, möchten wir Ihnen im Laufe des Sommers vorstellen.
 
Jorinde, was würdest du als deinen grössten Erfolg in der vergangenen Saison bezeichnen?
Der grösste Erfolg der vergangenen Saison war sicherlich der überraschende vierte Rang bei der Elite-WM in Voss. Nach zwei super Läufen im Achtel-, beziehungsweise Viertelfinal hatte ich im Halbfinal das nötige Wettkampfglück auf meiner Seite und qualifizierte mich für den finalen Durchgang. Wäre ich im Finale dann nicht kurz nach dem Start von der Strecke gedrängt worden, hätte es vielleicht sogar für eine Medaille gereicht. Aber so läuft das halt in unserer Sportart, da geht es auch mal ruppig zu und her.
 
Worüber hast du dich in der vergangenen Saison am meisten gefreut?
Anfangs Saison hatte ich mir zum Ziel gesetzt, in der Europacupgesamtwertung aufs Podest zu fahren. Dass es dann sogar für den ersten Rang gereicht hat, hat mich natürlich umso mehr gefreut. Ebenfalls sehr gefreut hat mich die Auszeichnung der FIS als Rookie of the year 2013!
 
Und gibt es etwas, worüber du dich im vergangenen Winter geärgert hast?
Geärgert hat mich, dass ich aufgrund eines Risses im Fersenknochen meine Saison nicht planmässig beenden konnte, obschon ich doch grad so gut drauf war. Immerhin hat es trotzdem für den Sieg im Gesamteuropacup gereicht, auch wenn ich nicht alle Rennen fahren konnte.
 
Was ist eigentlich das Faszinierende an deiner Sportart?
Da man zu viert fährt, bringt meine Sportart immer wieder viele neue überraschende Situationen, in denen man innert Sekundenbruchteile entsprechend reagieren muss.
 
Worin liegt deine Stärke?
An die Grenze zu gehen, sie aber auch zu akzeptieren, ist sicher eine meiner grossen Stärken.
 
Was sind deine sportlichen Ziele?
Ganz klar: Zu den besten Skicrosserinnen der Welt zu gehören!! Ein weiteres grosses Ziel ist die Teilnahme an Olympischen Winterspielen, sei das schon nächsten Winter in Sotschi oder dann 2018 in Pyeongchang in Südkorea.
 
Hast du (sportliche) Vorbilder und wenn ja, welche sind das?
Meine Vorbilder sind primär meine Teamkollegen, da ich von jedem noch viel lernen kann.
 
Neben dem Sport: Was ist dir sonst noch wichtig im Leben?
Da wären mal meine Freunde, mit denen ich so viel Zeit wie möglich verbringe. Und natürlich die legendären Aktionen mit den „Bärgpürus“ (Anmerkung der Redaktion: Dabei handelt es sich um ein paar verrückte Projekte, wie beispielsweise die Erstdurchquerung eines Bergsees auf 2587 m ü.M. mit einem Schlauchboot, das nota bene erst 1000 Höhenmeter hochgetragen werden musste – Sommertraining à la Skicross…)