In weniger als zwei Monaten geht es los mit dem ersten Event der Audi Skicross Tour in Villars. Vom 11. bis 13. Januar 2019 kämpfen die Nachwuchs- und Eliteathleten beim Pre-YOG Event um die vorderen Plätze. Um den betroffenen Personen den Puls zu fühlen, präsentieren wir wöchentlich in vier Teilen einen Ausblick auf die Saison 2018/19. Damit ihr einen Einblick in das unmittelbare Geschehen erhaltet, wird ein direkt Involvierter befragt. Letzte Woche machte der Cheftrainer des Swiss Skicross Team, Ralph Pfäffli den Auftakt. Im Volume 2 gibt Dieter “Didi” Waldspurger, Race Director der Audi Skicross Tour, Auskunft über seine Erwartungen an die kommende Saison.

Kein Skicross im Sommer. Wie hast du diese Zeit verbracht?
Didi Waldspurger (schmunzelnd): «Kein Skicross im Sommer», da kann ich nur lachen und meine Frau würde sagen «was haben sie gesagt…». Bei mir ist Skicross das ganze Jahr durch ein Thema. Beispiele dafür sind das Beantworten von offenen Telefon- oder Mailanfragen, die Planung der Rennen in Zusammenarbeit mit den Stationen, der Staff-/Personal-Einsatz muss gut koordiniert sein, Hotelreservationen müssen getätigt werden, regelmässige Meetings mit diversen Kommissionen, die Bewirtschaftung des ganzen Tour-Materials, das Material für die Trainings auf dem Gletscher bereitstellen, die Überarbeitung von vielen Dokumenten, Streckenbesichtigungen und natürlich die ganzen Planungen für die YOG 2020…
Das Schöne ist aber, dass das Einteilen der Arbeit je nach Wetter und Motivation erfolgt – so kommen die Erholung, die Pflege meines Familienlebens und das Biken nicht zu kurz. Für mich war in diesem Sommer alles bestens.

Vieles ist für die Audi Skicross Tour im November schon aufgegleist und organisiert. Wie sehen deine Baustellen bis im Januar aus?
Es gibt noch einige administrative Arbeiten fertigzustellen, wie zum Beispiel das Anpassen der Reglemente oder der Ausschreibungen. Weiter müssen die Helfereinsätze und der Pistenbau gut koordiniert sein. Für den ersten Tourstopp muss das Material bereitgestellt werden und in den Skicross-Parks müssen die Startanlagen aufgestellt werden.
Zusammen mit den Snowboardern haben wir im November einen TD*-Fortbildungskurs durchgeführt. Im Dezember werde ich für die FIS am Skicross Weltcup in Arosa im Einsatz stehen. Daneben bin ich ständig mit Fragen im Zusammenhang mit der YOG 2020 konfrontiert.
*Technischer Delegierter

Als Race Director bist du auch im ständigen Kontakt mit den Stationen und vor allem den Pistenbauern. Wie sieht der Ablauf eines Pistenbaus für die Audi Skicross Tour aus?
Zusammen mit den Stationen legen wir im Sommer die Strecken fest. Anschliessend findet Anfang Winter eine weitere Begehung statt. Ich erstelle einen Pistenplan und bespreche mit dem Pistenchef die Vorbereitungen. Darunter zählen zum Beispiel das Schneedepot und die Absperrungen. Mit dem Kursbau starten wir ca. eine Woche vor dem Rennen. Zusammen mit einem routinierten Pistenmaschinenfahrer präparieren wir den Kurs vom Start bis ins Ziel. Je nach Schneeverhältnissen und Witterung kann dies lange Tage geben, da wir unter Umständen auch in der Nacht arbeiten. Zwei Tage vor dem Rennen muss der Kurs fertig sein und wird dann von den Athleten getestet. Das kleine Zeitfenster bis zum Renntag nutzen wir für eventuelle Korrekturen. Die Restzeit benötigen wir für den Finish und die Einrichtung. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ich für ein Rennwochenende mindestens sieben Tage vor Ort auf der Piste bin. An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten, die mir im Pistenbau auch unter schwierigen Bedingungen helfen, herzlich danken für die sehr gute Zusammenarbeit.

Die Audi Skicross Tour vereint die Stufen Kids bis hin zum Europacup. Gibt es da Schwierigkeiten, die Pisten und Strecken so zu arrangieren, dass sie allen Ansprüchen gerecht werden?
Ja, das ist die Schwierigkeit, welche eine grosse Herausforderung für den Pistenbauer darstellt, denn er muss die Strecken dem Niveau entsprechend bauen. Am wichtigsten ist für mich die Sicherheit, das bedeutet, dass nicht nur die Netze am richtigen Ort stehen müssen, sondern auch die Elemente, Sprünge und Roller funktionieren müssen. Es braucht Abschnitte, wo wir das Tempo regulieren können, wo Positionswechsel möglich sind und wiederum welche, die Spass machen. Auf Europacup-Niveau findet ein Heranführen an die Weltcuprennen und deren Strecken statt. An einem Kids- oder Open-Rennen sind dann Newcomer am Start. Hier müssen wir die Schwierigkeit der Kurse anpassen. Ich glaube, in den letzten Jahren haben wir aufgrund von positivem Feedback der Athleten, Eltern und wenig Verletzten, mit den mir zur Verfügung stehenden Mitteln abwechslungsreiche und sichere Kurse gebaut.

Der Monat Oktober war einer der wärmsten. Bist du schon ein bisschen nervös, dass es trotz eines warmen Herbst einen guten Winter geben wird?
Ich bin guten Mutes und denke positiv, dass wir einen sehr schönen und schneereichen Winter haben werden. Meinen Start – zwei geplante FIS SX Rennen in Saas Fee Anfang November – musste ich leider wegen zu viel Schneefall absagen. Nun hoffen wir, dass der Start im Dezember mit dem Weltcup in Arosa gelingt.
Nach meinem Motto: Wer Ziele hat, findet Wege, wer keine Ziele hat, findet Gründe.

Im Interview zum Saisonabschluss hast du uns erzählt, dass eines der Highlights des letzten Winters die hilfsbereiten und stets freundlichen Engländer waren. Werden sie wieder an der Tour teilnehmen?
Ja bestimmt, die haben wir schon im August nach dem Rennkalender gefragt. Ebenso habe ich von einem Tourismus-Direktor gehört, dass das Tschechische SX-Team die Unterkunft für ihre Kids schon im Oktober reserviert hat. Es wird also bestimmt wieder eine «internationale» Kids Skicross Tour.

Wenn du einen Wunsch für die Audi Skicross Tour 2018/2019 frei hättest, was würdest du dir wünschen?
Ich wünsche mir viel Schnee und keine Unfälle. Genug Schnee ist die Basis für eine sichere, interessante Tour. Alles Weitere ist dann nur noch eine Organisationsfrage. Mit viel Schnee wollen wir zahlreichen Newcomern mit sicheren und interessanten Rennen den Einstieg in unsere Skicross Familie erleichtern und dem Nachwuchs zukünftiger Kader-Athleten eine gute Plattform bieten.

Ich erlaube mir noch meinen zweiten Wunsch anzubringen:Ende Saison an einem Schnuppertag in Mürren/Schilthorn vielen alpinen Kids- und Open-Fahrern den Skicross als interessante und nicht gefährliche Disziplin näherbringen.

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