„Der Moment kurz vor dem Rennen gefällt mir persönlich am besten. Du stehst am Start, siehst voller Respekt und etwas Furcht auf die Piste und kannst es kaum erwarten bis es endlich losgeht. Der Kick nach dem Start, das Adrenalin, das durch deinen ganzen Körper gepumpt wird, dieses Gefühl ist unbeschreiblich.“
Nur eine von vielen Emotionen, welche die Skicrosserinnen und Skicrosser während eines Wettkampfs der Audi Skicross Tour erleben.

Die Tour startet dieses Jahr am 26. Januar an der Lenk in die neue Saison. Während vier Tagen können Skicrosserinnen und Skicrosser unterschiedlicher Niveaus gegeneinander antreten. Zu bestaunen gibt es Europacup-, FIS- sowie Open-Rennen. Mit von der Partie werden auch einige Gesamtsieger der letzten Saison sein.

Letztjährige Gesamtsieger am Start

In der Kategorie Men U21 Open siegte der St. Galler Adrian Schoch. Er wird diesen Titel aber nicht verteidigen können, da Adrian in dieser Saison aus Altersgründen in der Kategorie Men Open starten muss. Trotz den neuen Herausforderungen versucht er, auch dieses Jahr ganz vorne mitfahren zu können:
„Da ich jetzt in der Kategorie Men Open fahren muss, treffe ich auf neue Gegner, da ist es schwer einzuschätzen, wo man steht und was möglich ist. Wenn es ganz gut läuft, werde ich auch wieder versuchen, um den Toursieg zu kämpfen.“

Um dieses Ziel erreichen zu können, trainiert Adrian Schoch auch im Sommer sehr hart. Joggen – Velofahren – Krafttraining. Abwechslung dazu findet er im Kampfsport, mit welchem er Ende Wintersaison begonnen hat: „…das ist auch ein sehr gutes Training, weil man den ganzen Körper auf Ausdauer, Kraft und Schnellkraft trainiert. Das brauchst du im Skicross.“ Adrian ist ein Kämpfer und genau dieser Kampf gefällt ihm an seiner Sportart: „Der direkte Kampf (Rivalität, Auseinandersetzung) am Start und auf der Piste, die Sprünge und die verschiedenen Elemente, die es im Kurs hat, machen es spannend.“ Zudem dauert der Kampf im Skicross einige Runden länger als in anderen Disziplinen. „Wenn man es bis ins Finale schafft, kann man bis zu sieben Läufe fahren. Bei den alpinen Rennen hat man nur einen bis zwei Läufe.“

Begonnen hat Adrians Skicrosskarriere – etwas unsanft – vor vier Jahren: „Leider landeten mein Freund und ich schon nach dem zweiten Trainingslauf im Spital. Trotzdem versuchten wir es weiter und starteten an den folgenden Rennen und fanden Gefallen daran.“ Die Freude am Sport, gepaart mit guten Resultaten, stellt auch Schochs Zukunftsziel im Skicross dar: „Ich möchte bei der Audi Skicross Tour immer vorne mitfahren und Spass an dieser Sportart haben.“

Konkurrenz auf Augenhöhe

Die letztjährige Gesamtsiegerin der Frauentour heisst Marie Mathey. Die 19-Jährige aus Val d’Illiez hat in ihrer erst zweiten Saison die Audi Ski Cross Tour 2015/2016 in der Kategorie Ladies bereits gewinnen können. Marie tritt nun zur Titelverteidigung an, muss aber mit neuer Konkurrenz aus dem eigenen Lager rechnen.

Die Siegerin der letztjährigen Skicross Kids Tour der Kategorie Kids II – Alina Seematter (Jahrgang 2000) aus Spiez – startet diesen Winter ebenfalls in der Kategorie Ladies. „Ich erwarte, dass Alina eine Konkurrentin auf Augenhöhe sein wird und wir uns um Spitzenplätze duellieren werden“, so Mathey. Auch Alina Seematter freut sich auf die neue Herausforderung und zeigt sich selbstbewusst: „Respekt habe ich schon. Angst will ich jedoch keine haben, denn die beeinflusst mich negativ.“ Der grösste Unterschied zur Kids II Kategorie stellt für Alina die härtere Konkurrenzsituation dar: „Ich denke, durch die grössere Anzahl an Athletinnen gibt es auch mehr Konkurrenz als bei der Kids Tour. Zudem werden die Parcours anspruchsvoller sein.“

Um am Ende der Saison trotz der neuen Konkurrentin zuoberst auf dem Podest zu stehen, durfte für Marie Mathey ein gut strukturiertes Sommertraining nicht fehlen. Sie hat sich deswegen von Juli bis November ein Appartement in Saas-Fee gemietet. „Dort kann ich auch während dem Sommer auf den Ski trainieren.“ Das Sommertraining von Alina hingegen wurde durch eine Verletzung geprägt, welche sie in ihrer Vorbereitung auf die kommende Saison zurückwarf: „Die kürzere Vorbereitungszeit war dadurch umso intensiver.“ Das primäre Ziel sei es darum, möglichst schnell wieder schmerzfrei trainieren zu können. Mittelfristig möchte Seematter an den FIS-/Openrennen konstant vorne mitfahren, um später einmal in ein Swiss-Ski Kader aufsteigen zu können. Auch Marie hat ihre Ziele für die kommende Saison bereits definiert: „Ich will einige gute Resultate in den Europacup- und FIS-Rennen erzielen und falls möglich, erneut die Gesamtwertung der Audi Skicross Tour gewinnen.“

Tourstart an der Lenk

Ob Adrian Schoch, Marie Mathey und Alina Seematter bereits beim ersten Tourstopp Ende Januar an der Lenk überzeugen können, wird sich zeigen. Am 26. und 27. Januar findet jeweils ein Europacup-Rennen statt, bevor dann am 28. und 29. Januar die FIS- und Openrennen starten.

Weitere Informationen: www.audiskicross.ch
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Tourdaten:
• 26.-28. Januar Lenk (2x Europacup, FIS & Open, Open & Kids)
• 11. & 12. März Hoch-Ybrig (FIS Schweizermeisterschaften & Open, Open & Kids)
• 25. & 26. März Villars (FIS Junioren SM & Open, Open & Kids)
• 01. & 02. April Melchsee-Frutt (2x Open Tourfinal & Kids)