Seit 2006 nimmt Armin Niederer an Wettkämpfen im Skicross teil. Bereits ein Jahr später qualifizierte er sich für die Juniorenweltmeisterschaften. Seit seiner ersten Saison im Weltcup 08/09 konnte er sich kontinuierlich steigern und kurz vor Weihnachten des letzten Jahres feierte er seinen ersten Weltcupsieg in Nakiska, Kanada. Doch wer ist dieser 26jährige Schreiner aus dem Bündnerland?

Armin, wie und wann bist du zum Skicross gekommen?
Zum Skicross bin ich ca. 2006 gestossen. Davor war ich wie viele andere Athleten im alpinen Bereich tätig. In Graubünden gab es damals eine Wettkampfserie von High5, einem Memberclub der Regionalzeitung. Ein Anlass fand dabei auf meinem Heimberg Madrisa in Klosters statt. Es machte enormen Spass, diese Rennen zu fahren. Als ich schliesslich in der Saison 06/07 zur Junioren WM aufgeboten wurde, war das Skicross-Fieber vollends ausgebrochen.

Was bedeutet dir das Skicross?
Skicross wurde zu einem sehr wichtigen Teil in meinem Leben. Nicht nur der Sport selbst, sondern auch die Menschen in dessen Umfeld. Mit unserem super Team habe ich das ganze Jahr hindurch viel Spass, sei es in während der Vorbereitung oder auch während der ganzen Wettkampfphase, die dieses Jahr mit Olympia besonders intensiv werden wird.

Was fasziniert dich am meisten daran?
Meistens ist schon die erste Trainingsfahrt eine grosse Herausforderung, weil man noch nicht genau weiss, wie man an die einzelnen Hindernisse herangehen soll. Und ein langsames Herantasten kann man sich nicht erlauben, weil schnell einmal die Qualifikation näher rückt! Das heisst, schon nach wenigen Versuchen muss die Fahrt sitzen. Nach dem Zeitlauf ist es der direkte Kampf Mann gegen Mann, nicht gegen einen imaginären Gegner, der durch die Uhr vertreten wird. In dieser Phase ist es eindeutig das Adrenalin, das den Reiz ausmacht.

Welches waren deine bisherigen persönlichen Highlights?
Das ist eindeutig mein erster Weltcup-Sieg letztes Jahr in Nakiska! Aber eigentlich war die gesamte letzte Saison mit fünf Podestplätzen und dem zweiten Rang in der Weltcup-Gesamtwertung hinter meinem Teamkollegen Alex Fivaz genial.

Welche Ziele möchtest du im Leben noch erreichen – sowohl im Sport wie auch privat/beruflich?
Sportlich liegt die unmittelbare Zielsetzung natürlich auf Sotschi, wo ich mir Hoffnungen auf einen Podestplatz mache. Längerfristig erhoffe ich mir, dass der Sport allgemein populärer wird und nicht nur alle vier Jahre anlässlich der Olympischen Spiele einen Popularitätsschub erlebt. Und zwar so, dass wir als Vollprofis von unserem Sport leben könnten.

Wieviele Stunden Training investierst du während der Vorbereitungsphase täglich fürs Skicross?
Das kommt sehr auf die einzelne Woche drauf an. Aber pro Woche sind es ca. 15 Trainingsstunden.

Was ist dein Ausgleich zum Skicross?
Im Sommer probiere ich gerne jede Sportart aus, die mir über den Weg läuft. Aktuell sind das Kiten, Downhillen, Wakesurfen und vieles mehr… Zudem arbeite ich während des Sommers noch Teilzeit als Schreiner.

Wer ist dein (sportliches) Vorbild und warum?
Seit ich klein war ist Didier Cuche mein Idol. Ich war stets beeindruckt, wie er die Sachen angeht. Aber nicht nur sportlich sondern auch als Person überzeugt er mich, sicher auch deshalb, weil er gegenüber uns jungen Athleten immer sehr hilfsbereit war.

Wenn du nicht Spitzensportler wärst, was wärst du heute und wieso?
Ich plane mein Leben nicht so genau. Vermutlich wäre ich Vollzeit als Schreiner beschäftigt. Dieser Beruf gefällt mir sehr gut und dient im Moment als gute Abwechslung im Sommer.