Am vergangenen Wochenende endete die diesjährige Audi Skicross Tour mit dem Tourfinale auf der Melchsee-Frutt. Noch einmal gaben die Athletinnen und Athleten alles für den Sieg. Unter ihnen auch ein Team aus der belgischen Hafenstadt Antwerpen. Wie Skicross in Belgien funktioniert, erklären Jan Verellen und Werner Bruers.

Bereits einmal in diesem Winter durfte sich ein belgischer Skifahrer in der Schweiz feiern lassen. Der 21-Jährige Dries Van Den Broecke sorgte an den Alpinen Weltmeisterschaften in St. Moritz für Furore. Er gewann im Teamwettbewerb seinen Lauf gegen den österreichischen Gesamtweltcupsieger Marcel Hirscher. Eine kleine Gruppe belgischer Skicrosserinnen und Skicrosser machte sich vergangenes Wochenende dazu auf, es ihrem Landsmann gleich zu tun. Im Rahmen des Tourfinales starteten die belgischen Nachwuchstalente auf der Strecke des Audi Skicross Parks auf der Melchsee-Frutt.

745 Kilometer – 1900 Meter Höhenunterschied – 4 Länder

Rund acht Stunden Anfahrtszeit benötigt man, um vom belgischen Antwerpen in die Schweizer Berge zu gelangen. Die 745 Kilometer lange Autofahrt führt dabei durch vier Länder (Belgien, Luxemburg, Frankreich und die Schweiz) und endet rund 1900 Höhenmeter weiter oben.  „Wir fahren jeweils am Freitag von Zuhause los, starten am Samstag und Sonntag an den Rennen und machen uns danach direkt auf den Heimweg“, so Jan Verellen, Coach der belgischen Skicrossjunioren. Um etwa Mitternacht trifft das belgische Team dann wieder in Antwerpen ein: „Die Kinder fehlen bereits am Freitag in der Schule, da können sie nicht auch noch am Montag freimachen.“

„Zurzeit bauen wir eine Startanlage“

Gleich viel Zeit wie in die Anfahrt investieren die belgischen Junioreninnen und Junioren in das wöchentliche Training in der Skihalle. „Die Kinder trainieren ausschliesslich Slalom und Riesenslalom. Wir können in Belgien leider noch kein spezifisches Skicross-Training anbieten. Zurzeit bauen wir eine Startanlage, damit die Kids ihre Starts verbessern können“, erklärt Werner Bruers, Vater des 14-Jährigen Quillan. An den freien Wochenenden und während der Schulferien trainieren die Kinder zudem in den französischen Alpen: „Da können wir dann auf echtem Schnee trainieren“, ergänzt Verellen, „denn die Kinder nehmen neben den Skicrossrennen, auch an alpinen Rennen in Frankreich teil.“

Die Audi Skicross Tour als perfekter Einstieg

„Wir sind jeweils mit etwa fünf Kindern am Start, das hängt davon ab, wie viele Hausaufgaben die Kinder zu erledigen haben. Die Schule geniesst natürlich weiterhin oberste Priorität“, erklärt Verellen. In der Audi Skicross Tour sieht er die perfekte Einstiegsmöglichkeit für junge Athletinnen und Athleten: „Die Organisation der Tour ist hervorragend und die Strecken technisch anspruchsvoll, ohne dabei zu gross oder zu beängstigend zu sein. Für unsere Kids ist dies die erste Skicross-Saison und die Tour bietet ihnen eine gute Einstiegsmöglichkeit in diese Sportart.“ Neben den Rennen der Audi Skicross Tour, können die belgischen Talente mit dem Skicrossrennen an den Belgischen Meisterschaften, nur ein einziges weiteres Skicrossrennen pro Winter absolvieren.

Tourfinale auf der Melchsee-Frutt

Aufgrund der starken Windböen im Startbereich, mussten die Rennen vom Samstag auf einer verkürzten Strecke im Sprintformat ausgetragen werden. Bei ansonsten mehrheitlich blauem Himmel, zeigten die Fahrerinnen und Fahrer spannende Rennen. Am Sonntag war der starke Wind verschwunden, der aufkommende Nebel aber stellte die Rennleitung vor ein weiteres Problem. Da sich der Nebel aber nie dauerhaft festsetzte, konnten die Rennen nach einer kurzen Unterbrechung wieder gestartet werden. Für das belgische Team resultierte ein 7. Platz von Margot Van Damme in der Kategorie K2W als Bestresultat. Kurz nach Rennschluss begab sich das Team auf die Heimreise und verabschiedete sich bis zur nächsten Saison. Denn eines ist sicher: Die erste Saison auf der Audi Skicross Tour war für das belgische Team bestimmt nicht die Letzte.